Einbürgerungstest Hamburg: Die 10 landesspezifischen Fragen zum Stadtstaat üben
22. September 2026
Wer seinen Einbürgerungsantrag in Hamburg stellt, schreibt denselben bundesweiten Test wie alle anderen – mit einem entscheidenden Unterschied: Drei der 33 Prüfungsfragen beziehen sich ausschließlich auf die Freie und Hansestadt Hamburg. Diese drei Fragen stammen aus einem festen Katalog von nur zehn Hamburg-Fragen. Wer diese zehn Fragen sicher beherrscht, hat sich drei Punkte praktisch schon gesichert – und muss von den übrigen 30 Fragen nur noch 14 richtig beantworten, um die Bestehensgrenze von 17 Punkten zu erreichen.
Wie der Landesteil im Einbürgerungstest aufgebaut ist
Der Gesamtfragenkatalog umfasst 300 bundesweite Fragen plus 10 landesspezifische Fragen je Bundesland. Für Hamburg sind das die Fragen 351 bis 360. In der Prüfung werden daraus drei Fragen zufällig gezogen. Entscheidend ist dabei nicht Ihr Wohnort, sondern das Bundesland, in dem Sie den Test ablegen beziehungsweise in dem Ihre Einbürgerungsbehörde sitzt. Wer in Hamburg wohnt, aber in Schleswig-Holstein zur Prüfung antritt, bekommt die Fragen des Prüfungslandes.
Der Landesteil ist der Abschnitt mit dem besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis im gesamten Test: zehn Fragen, klar begrenzt, ohne Interpretationsspielraum. Wie Sie den großen Rest sinnvoll strukturieren, zeigt unser Lernplan zum kompletten Fragenkatalog mit 310 Fragen.
Hamburg ist ein Stadtstaat – und das prägt alle Antworten
Die wichtigste Grundidee hinter den Hamburger Fragen: Hamburg ist ein Stadtstaat. Stadt und Bundesland sind identisch, es gibt keine getrennte Landeshauptstadt und keine Gemeinden im üblichen Sinn. Neben Hamburg sind auch Berlin und Bremen Stadtstaaten; alle anderen 13 Länder sind Flächenländer. Wenn eine Testfrage lautet „Welches Bundesland ist ein Stadtstaat?" und Hamburg, Sachsen, Bayern und Thüringen zur Auswahl stehen, ist die Antwort damit eindeutig. Dieselbe Logik gilt übrigens für die Hauptstadt – wie die Fragen dort formuliert sind, lesen Sie in unserem Beitrag zu den landesspezifischen Fragen für Berlin.
Aus dem Stadtstaat-Status folgen auch die ungewöhnlichen Amtsbezeichnungen, die im Test immer wieder abgefragt werden.
Bürgerschaft, Senat und Erster Bürgermeister
Drei Begriffe sollten Sie sich fest einprägen:
- Bürgerschaft – so heißt das Landesparlament von Hamburg. Nicht „Landtag", nicht „Abgeordnetenhaus". Die Hamburgische Bürgerschaft wird für fünf Jahre gewählt und hat derzeit 121 Abgeordnete.
- Senat – so heißt die Landesregierung. Ihre Mitglieder sind keine Minister, sondern Senatorinnen und Senatoren, zum Beispiel für Inneres, Finanzen oder Justiz. Was es nicht gibt, ist ein Senator für Außenbeziehungen: Außenpolitik ist Sache des Bundes, nicht der Länder. Genau darauf zielt eine der zehn Fragen ab.
- Erster Bürgermeister / Erste Bürgermeisterin – so heißt der Regierungschef. In den Flächenländern spricht man vom Ministerpräsidenten, in Berlin vom Regierenden Bürgermeister, in Bremen vom Präsidenten des Senats. Hamburg hat seine eigene Bezeichnung, und genau diese wird geprüft.
Sieben Bezirke und das Wahlalter 16
Hamburg gliedert sich in sieben Bezirke: Hamburg-Mitte, Altona, Eimsbüttel, Hamburg-Nord, Wandsbek, Bergedorf und Harburg. In einer Testfrage müssen Sie einen echten Hamburger Bezirk von Stadtteilen anderer Städte unterscheiden – Pankow gehört zu Berlin, Hemelingen zu Bremen.
In jedem Bezirk gibt es eine gewählte Bezirksversammlung. Bei diesen Kommunalwahlen darf man in Hamburg bereits ab 16 Jahren wählen – ein häufiger Stolperstein, weil viele automatisch „18" ankreuzen. Merken Sie sich die Kombination: Bezirksversammlung ab 16, Bürgerschaft alle fünf Jahre.
Flagge, Wappen und die Landeszentrale
Die Landesflagge Hamburgs ist weiß-rot: eine weiße Burg auf rotem Grund. Das Wappen zeigt genau diese Burg mit drei Türmen – in den Bildfragen erkennen Sie es daran, dass weder Löwen noch Adler noch Rauten vorkommen. Und wenn gefragt wird, wo Sie sich in Hamburg über politische Themen informieren können, lautet die Antwort immer: bei der Landeszentrale für politische Bildung. Diese Frage taucht in ähnlicher Form in fast allen Bundesländern auf.
Fünf Übungsfragen im Prüfungsformat
1. Wie nennt man den Regierungschef des Stadtstaates Hamburg? a) Ministerpräsident b) Erster Bürgermeister c) Regierender Senator d) Oberbürgermeister → Richtig: b) Erster Bürgermeister / Erste Bürgermeisterin
2. Welches ist ein Bezirk von Hamburg? a) Altona b) Hemelingen c) Pankow d) Mecklenburgische Seenplatte → Richtig: a) Altona
3. Ab welchem Alter darf man in Hamburg bei der Wahl der Bezirksversammlungen wählen? a) 14 b) 16 c) 18 d) 20 → Richtig: b) 16 Jahre
4. Welche Farben hat die Landesflagge von Hamburg? a) blau-weiß-rot b) weiß-rot c) grün-weiß-rot d) schwarz-gelb → Richtig: b) weiß-rot
5. Für wie viele Jahre wird das Landesparlament in Hamburg gewählt? a) 3 b) 4 c) 5 d) 6 → Richtig: c) 5 Jahre
Fazit
Die zehn Hamburg-Fragen lassen sich an einem einzigen Lernabend bewältigen. Wenn Sie sich die vier Schlüsselbegriffe Stadtstaat, Bürgerschaft, Senat und Erster Bürgermeister merken, dazu sieben Bezirke, Wahlalter 16 und die weiß-rote Flagge, decken Sie alle zehn Fragen ab. Üben Sie die Fragen anschließend im Prüfungsmodus mit 33 Fragen – so wissen Sie schon vor dem Termin, wie sich die echte Prüfung anfühlt.
Bereit für den Test?