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310 Fragen im Einbürgerungstest: Der komplette Fragenkatalog und ein Lernplan für 4 Wochen

4. September 2026

Wer sich auf den Einbürgerungstest vorbereitet, stößt sehr schnell auf eine Zahl: 310 Fragen. Sie steht in Foren, in Suchanfragen und auf jeder zweiten Lernseite – aber selten wird erklärt, woher sie kommt und was sie für die eigene Vorbereitung bedeutet. Dieser Artikel räumt damit auf: Sie erfahren, wie der offizielle Fragenkatalog aufgebaut ist, welche Fragen in der Prüfung tatsächlich drankommen und wie Sie den kompletten Stoff in vier Wochen bewältigen.

Woher die Zahl 310 kommt

Der Fragenkatalog des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) besteht aus zwei Teilen:

  • 300 bundesweite Fragen, die für alle Teilnehmenden in ganz Deutschland gleich sind.
  • 10 landesspezifische Fragen zu dem Bundesland, in dem Sie den Test ablegen.

300 plus 10 ergibt die berühmten 310 Fragen. Wichtig ist: Es gibt nicht 310 Fragen für alle, sondern für jedes der 16 Bundesländer einen eigenen Zehnerblock. Wer in Bayern antritt, lernt die bayerischen zehn Fragen; wer in Hamburg antritt, die hamburgischen. Insgesamt existieren also 300 + 16 × 10 = 460 Fragen im Gesamtkatalog – für Sie persönlich relevant sind aber nur 310.

Was davon in der Prüfung drankommt

In der eigentlichen Prüfung bekommen Sie 33 Fragen: 30 aus dem bundesweiten Teil und 3 aus dem Landesteil. Jede Frage hat vier Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine richtig ist. Sie haben 60 Minuten Zeit. Bestanden haben Sie ab 17 richtigen Antworten, das entspricht rund 52 Prozent.

Daraus folgt eine beruhigende Rechnung: Sie müssen nicht alle 310 Fragen perfekt beherrschen. Wer 260 bis 280 Fragen sicher kann, besteht praktisch immer. Trotzdem lohnt es sich, den ganzen Katalog einmal durchzuarbeiten – denn welche 33 Fragen gezogen werden, weiß niemand vorher.

Wie der Katalog thematisch aufgebaut ist

Die 300 bundesweiten Fragen verteilen sich auf drei Themenbereiche:

  1. Politik in der Demokratie – Grundgesetz, Grundrechte, Wahlen, Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung, Gewaltenteilung, Parteien, Föderalismus. Das ist mit Abstand der größte Block.
  2. Geschichte und Verantwortung – Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Holocaust, Teilung Deutschlands, DDR, Mauerfall, Wiedervereinigung, Europäische Union.
  3. Mensch und Gesellschaft – Religionsfreiheit, Zusammenleben, Familie, Bildung, Arbeit, Sozialversicherung, Feiertage.

Diese Reihenfolge ist auch eine gute Lernreihenfolge. Wer den ersten Block sitzen hat, hat den größten Teil der Prüfung im Griff.

Ein realistischer Lernplan für vier Wochen

Vier Wochen mit 20 Lerntagen reichen völlig aus, wenn Sie regelmäßig arbeiten. Rechnen Sie mit 15 Fragen pro Tag – das sind etwa 20 bis 30 Minuten.

  • Woche 1 – Politik I (Fragen 1–75): Grundgesetz, Grundrechte, Staatsaufbau. Lesen Sie zu jeder Frage nicht nur die richtige Antwort, sondern auch, warum die anderen drei falsch sind.
  • Woche 2 – Politik II (Fragen 76–150): Wahlen, Parteien, Bundesländer, Rechtsstaat. Machen Sie am Ende der Woche den ersten kompletten Übungstest mit 33 Fragen.
  • Woche 3 – Geschichte und Verantwortung (Fragen 151–225): Hier liegt der Schwerpunkt auf Jahreszahlen. Legen Sie sich einen kleinen Zeitstrahl an: 1919, 1933, 1945, 1949, 1961, 1989, 1990.
  • Woche 4 – Mensch und Gesellschaft (Fragen 226–300) plus Ihre 10 Landesfragen: Danach nur noch wiederholen. Machen Sie in den letzten drei Tagen täglich einen vollständigen Probetest.

Ein Tipp, der erfahrungsgemäß den größten Unterschied macht: Führen Sie eine Fehlerliste. Jede Frage, die Sie falsch beantwortet haben, kommt auf die Liste und wird am nächsten Tag erneut abgefragt. Die meisten Durchfaller scheitern nicht am Umfang des Katalogs, sondern daran, dass sie ihre eigenen Schwachstellen nie gezielt wiederholt haben.

Häufige Fehler bei der Vorbereitung

Viele lernen die Antworten auswendig, ohne die Reihenfolge der Antwortoptionen zu beachten – in der echten Prüfung stehen diese aber anders. Lernen Sie deshalb den Inhalt, nicht die Position "b". Ebenso häufig: Der Landesteil wird vergessen. Drei von 33 Fragen sind landesspezifisch, und diese zehn Fragen sind schnell gelernt – es wäre schade, sie zu verschenken.

Musterfragen mit Lösungen

1. Wie viele Fragen umfasst der Einbürgerungstest? a) 25 b) 30 c) 33 d) 40 → Richtig: c) 33

2. Wie heißt die deutsche Verfassung? a) Bundesgesetz b) Grundgesetz c) Staatsvertrag d) Verfassungsordnung → Richtig: b) Grundgesetz

3. Wie viele Bundesländer hat die Bundesrepublik Deutschland? a) 12 b) 14 c) 16 d) 18 → Richtig: c) 16

4. Wer wählt in Deutschland den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin? a) das Volk b) der Bundesrat c) der Bundestag d) der Bundespräsident → Richtig: c) der Bundestag

5. Was ist das höchste Gericht in Deutschland? a) der Bundesgerichtshof b) das Bundesverfassungsgericht c) das Landgericht d) das Verwaltungsgericht → Richtig: b) das Bundesverfassungsgericht

Wenn Sie diese fünf Fragen ohne Nachdenken beantworten konnten, sind Sie auf einem guten Weg. Üben Sie den kompletten Katalog online, Block für Block – und behalten Sie Ihre Fehlerliste im Blick.