Einbürgerungstest anmelden: Termin, Unterlagen und Ablauf – so melden Sie sich richtig an
6. September 2026
Viele Bewerberinnen und Bewerber haben den Fragenkatalog längst durchgearbeitet, wissen aber nicht, wo sie sich für den Einbürgerungstest überhaupt anmelden. Die Suche im Internet führt oft zu widersprüchlichen Angaben. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wo Sie sich anmelden, welche Unterlagen Sie brauchen, wie lange Sie auf einen Termin warten und was am Prüfungstag passiert. Am Ende finden Sie fünf Übungsfragen im Originalformat.
Wer den Einbürgerungstest braucht
Der Einbürgerungstest ist Voraussetzung für die Einbürgerung nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz. Er weist nach, dass Sie über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügen. Wer einen deutschen Schulabschluss oder einen Studienabschluss in einem gesellschaftswissenschaftlichen Fach vorweisen kann, ist in der Regel befreit. Auch Menschen, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen den Test nicht ablegen können, können befreit werden. Fragen Sie im Zweifel bei der zuständigen Einbürgerungsbehörde nach, bevor Sie sich anmelden.
Schritt 1: Die richtige Prüfungsstelle finden
Der Test wird nicht bei der Einbürgerungsbehörde selbst abgenommen, sondern bei einer vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zugelassenen Prüfungsstelle. Das sind meist Volkshochschulen, Sprachschulen oder Bildungsträger, die auch Integrationskurse anbieten. Auf der Website des BAMF gibt es eine Suchfunktion, in der Sie Ihre Postleitzahl eingeben und die nächstgelegenen Prüfungsstellen angezeigt bekommen.
Wichtig: Sie sind nicht an Ihren Wohnort gebunden. Wenn die Volkshochschule in Ihrer Stadt erst in drei Monaten einen Termin hat, dürfen Sie sich auch in der Nachbarstadt anmelden. Ein Anruf bei zwei oder drei Prüfungsstellen spart oft mehrere Wochen Wartezeit.
Schritt 2: Anmeldung und Unterlagen
Die Anmeldung erfolgt persönlich, telefonisch oder – bei vielen Anbietern inzwischen – online über ein Formular. Sie brauchen dafür:
- ein gültiges Ausweisdokument (Pass, Passersatz oder elektronischer Aufenthaltstitel)
- Ihre persönlichen Daten für das Anmeldeformular
- die Prüfungsgebühr von in der Regel 25 Euro
Die Gebühr wird meist bei der Anmeldung fällig, manchmal auch am Prüfungstag. Lassen Sie sich eine Anmeldebestätigung geben. Planen Sie Zeit ein: Viele Prüfungsstellen führen den Test nur ein- bis zweimal im Monat durch, und beliebte Termine sind schnell ausgebucht. Rechnen Sie mit einer Wartezeit von vier bis acht Wochen.
Schritt 3: Der Prüfungstag
Bringen Sie unbedingt das Ausweisdokument mit, mit dem Sie sich angemeldet haben – ohne Identitätsnachweis dürfen Sie nicht teilnehmen. Erscheinen Sie mindestens 15 Minuten vorher.
Der Test besteht aus 33 Fragen im Multiple-Choice-Format. 30 Fragen stammen aus dem bundesweiten Katalog, 3 Fragen beziehen sich auf das Bundesland, in dem Sie leben. Zu jeder Frage gibt es vier Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine richtig ist. Sie haben 60 Minuten Zeit. Wer mindestens 17 Fragen richtig beantwortet, hat bestanden. Hilfsmittel wie Handy oder Wörterbuch sind nicht erlaubt.
Schritt 4: Ergebnis und Zertifikat
Die Auswertung übernimmt das BAMF, nicht die Prüfungsstelle vor Ort. Deshalb erfahren Sie das Ergebnis nicht sofort, sondern in der Regel nach einigen Wochen. Bei Bestehen erhalten Sie das „Zertifikat Einbürgerungstest“, das Sie bei der Einbürgerungsbehörde einreichen. Das Zertifikat hat kein Ablaufdatum.
Wer nicht besteht, kann den Test beliebig oft wiederholen. Es gibt keine Sperrfrist, aber jeder Versuch kostet erneut die volle Gebühr. Sie müssen sich dafür neu anmelden.
Ein praktischer Tipp zur Vorbereitung
Melden Sie sich erst an, wenn Sie in Online-Übungstests zuverlässig 28 von 33 Fragen richtig beantworten. Dieser Puffer fängt Nervosität und ungewohnte Formulierungen am Prüfungstag ab. Üben Sie besonders die drei Landesfragen Ihres Bundeslandes – sie werden oft unterschätzt, machen aber fast zehn Prozent der Prüfung aus.
Übungsfragen zum Test
1. Wie viele Fragen umfasst der Einbürgerungstest insgesamt?
a) 30 b) 33 c) 45 d) 60
Richtig: b) 33
2. Wie viele Fragen müssen Sie mindestens richtig beantworten, um zu bestehen?
a) 15 b) 17 c) 20 d) 25
Richtig: b) 17
3. Welches Amt wertet den Einbürgerungstest aus?
a) das Auswärtige Amt b) das Bundesministerium des Innern c) das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge d) das Standesamt
Richtig: c) das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
4. Was gehört nicht zu den Voraussetzungen der Einbürgerung in Deutschland?
a) Kenntnisse der deutschen Sprache b) die Mitgliedschaft in einer Partei c) das Bekenntnis zum Grundgesetz d) die Sicherung des eigenen Lebensunterhalts
Richtig: b) die Mitgliedschaft in einer Partei
5. Wie viele Fragen des Einbürgerungstests beziehen sich auf Ihr Bundesland?
a) 1 b) 3 c) 5 d) 10
Richtig: b) 3
Wenn Sie diese Fragen sicher beantworten, ist der nächste Schritt der Anruf bei der Prüfungsstelle. Alles Weitere ist Übungssache – und dafür finden Sie auf dieser Seite den vollständigen Fragenkatalog mit allen Landesfragen.
Bereit für den Test?